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Haushalt und Finanzen

50-30-20-Regel: So teilen Sie Ihr Gehalt auf (mit Rechner)

Die 50-30-20-Regel einfach erklärt: So teilen Sie Ihr Nettogehalt auf Fixkosten, Wünsche und Sparen auf. Mit Rechner, Beispielen und Plan B für hohe Mieten.

Von Veröffentlicht 9 Min. Lesezeit

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Die 50-30-20-Regel teilt Ihr Nettoeinkommen in drei Töpfe: 50 Prozent für Fixkosten und Grundbedarf wie Miete, Strom, Versicherungen und Lebensmittel, 30 Prozent für persönliche Wünsche und 20 Prozent zum Sparen. Bei 2.500 Euro netto sind das 1.250 Euro, 750 Euro und 500 Euro im Monat.

Die Faustregel stammt aus den USA, aus dem Buch „All Your Worth“ von Elizabeth Warren und Amelia Warren Tyagi (2005). In Deutschland empfehlen sie inzwischen auch die Sparkassen als Einstieg in die Budgetplanung. Ein Gesetz ist sie nicht. Wer in einer Großstadt zur Miete wohnt, merkt schnell, dass 50 Prozent für Fixkosten knapp werden. Deshalb finden Sie hier einen Rechner, Beispielrechnungen und die Varianten, die dann besser passen.

50-30-20-Rechner

Geben Sie Ihr monatliches Nettogehalt ein. Wenn Sie Ihre Fixkosten kennen, sehen Sie sofort, ob die Regel für Sie aufgeht.

Währung

Warmmiete oder Kreditrate, Strom, Internet und Handy, Versicherungen, Lebensmittel, Mobilität.

Ihre Aufteilung pro Monat

Fixkosten und Grundbedarf, 50 %Wohnen, Energie, Versicherungen, Lebensmittel, Mobilität
1.250 €
Wünsche, 30 %Restaurant, Streaming, Hobbys, Urlaub, Kleidung
750 €
Sparen und Schulden tilgen, 20 %Notgroschen, Altersvorsorge, Sondertilgungen
500 €

Für Wünsche bleiben damit rund 25 € pro Tag, bei 30 Tagen im Monat.

Der Rechner läuft nur in Ihrem Browser. Ihre Eingaben werden weder gesendet noch gespeichert.

Was gehört in welchen Topf?

TopfAnteilTypische PostenGrenzfälle
Fixkosten und Grundbedarf50 %Warmmiete oder Kreditrate, Strom, Internet und Handy, Versicherungen, Lebensmittel, Deutschlandticket oder Auto, KinderbetreuungEin Handyvertrag ist Grundbedarf, das neueste Smartphone nicht.
Wünsche30 %Restaurant und Lieferdienst, Streaming und Abos, Hobbys, Fitnessstudio, Kleidung über das Nötige hinaus, Urlaub, GeschenkeDer Wocheneinkauf ist Grundbedarf, das Feinkostregal eher ein Wunsch.
Sparen und Schulden tilgen20 %Notgroschen, Altersvorsorge, Sparplan, Rücklagen für Auto oder Urlaub, SondertilgungenWas der Arbeitgeber schon für die betriebliche Altersvorsorge einbehält, ist bereits gespart.

Eine einfache Probe für Fixkosten: Müssten Sie den Betrag auch dann zahlen, wenn nächsten Monat kein Gehalt käme? Miete ja, Streamingdienst nein. Über ein paar Posten lässt sich immer streiten. Entscheiden Sie einmal und bleiben Sie dabei, sonst vergleichen Sie jeden Monat Äpfel mit Birnen.

Beispielrechnungen: So viel bleibt für Fixkosten, Wünsche und Sparen

Netto pro MonatFixkosten 50 %Wünsche 30 %Sparen 20 %Wünsche pro Tag
1.800 €900 €540 €360 €rund 18 €
2.000 €1.000 €600 €400 €rund 20 €
2.500 €1.250 €750 €500 €rund 25 €
3.200 €1.600 €960 €640 €rund 32 €
5.000 CHF (Schweiz)2.500 CHF1.500 CHF1.000 CHFrund 50 CHF

Die Spalte „pro Tag“ ist der Wünsche-Topf geteilt durch 30. Mit dieser Zahl im Kopf entscheiden Sie im Alltag schneller: Liegt Ihr Wunschbudget bei 25 Euro am Tag und das Mittagessen hat 14 Euro gekostet, wissen Sie, was heute noch drin ist.

In vier Wochen zur eigenen Aufteilung

  • Nettogehalt klären. Maßgeblich ist, was tatsächlich auf dem Konto landet. Weihnachts- oder Urlaubsgeld planen Sie nicht in den Monat ein, sondern verwenden es gezielt, zum Beispiel für den Notgroschen.
  • Fixkosten aus den Kontoauszügen holen. Miete, Strom, Versicherungen, Verträge und Kreditraten stehen dort mit festen Beträgen. Für Lebensmittel und Mobilität nehmen Sie den Durchschnitt der letzten drei Monate.
  • Einen Monat lang Haushaltsbuch führen. Die Verbraucherzentrale Hamburg empfiehlt ein Haushaltsbuch als ersten Schritt zum Überblick, auf Papier oder per App. Notieren Sie auch Kleinbeträge wie Bäcker, Coffee to go und App-Käufe, denn genau die fehlen später in der Rechnung.
  • Am Zahltag zuerst sparen. Ein Dauerauftrag direkt nach Gehaltseingang auf ein Tagesgeld- oder Sparkonto sorgt dafür, dass die 20 Prozent nicht davon abhängen, was am Monatsende übrig ist.
  • Verträge und Abos prüfen. Auch dazu rät die Verbraucherzentrale: Streamingdienste, Fitnessstudio und Mitgliedschaften laufen oft weiter, ohne dass jemand nachrechnet.
  • Nach einem Monat nachjustieren. Lagen die Fixkosten über 50 Prozent, passen Sie die Aufteilung an, statt die Regel ganz zu verwerfen.

Wenn die Miete mehr als die Hälfte frisst: 60-20-20 und 70-20-10

In Ballungsräumen geben viele Haushalte mehr als die Hälfte ihres Einkommens allein fürs Wohnen aus, darauf weist auch Sparkasse.de hin. Dann bringt es nichts, sich an 50 Prozent zu klammern. Verschieben Sie lieber die Gewichte:

VarianteFixkosten / Wünsche / SparenPasst, wenn
50-30-2050 / 30 / 20die Fixkosten in die Hälfte des Nettogehalts passen
60-20-2060 / 20 / 20die Miete hoch ist, Sie aber trotzdem ein Fünftel sparen wollen
70-20-1070 / 20 / 10die Fixkosten hoch sind und Sie mit dem Sparen gerade erst anfangen
80-2080 / 20Sie nicht in Töpfen denken möchten: 20 Prozent am Zahltag sparen, den Rest frei ausgeben

Bei kleinem Einkommen sind 20 Prozent oft schlicht nicht drin, und das sagt nichts über Ihre Disziplin aus. Fangen Sie mit 5 oder 10 Prozent an und erhöhen Sie, sobald ein Kredit ausläuft oder das Gehalt steigt. Wichtig ist, dass jeder Euro vor Monatsbeginn eine Aufgabe hat und das Sparen nicht der Rest ist.

Erst der Notgroschen, dann alles andere

Solange kein Notgroschen da ist, gehört der Spar-Topf zuerst ihm. Die Verbraucherzentrale Hamburg nennt als guten Richtwert drei bis vier Netto-Monatsgehälter, zum Beispiel auf einem Tagesgeldkonto. Bei 2.500 Euro netto sind das 7.500 bis 10.000 Euro. Mit 500 Euro im Monat dauert das 15 bis 20 Monate. Das ist normal und kein Grund, die Regel aufzugeben.

Für Selbstständige: mit dem vorsichtigen Monat rechnen

Freelancer und Selbstständige haben kein festes Nettogehalt. Die Regel funktioniert trotzdem, wenn Sie zwei Dinge trennen. Erstens: Rechnen Sie mit einem vorsichtigen Monat, etwa dem schwächsten der letzten zwölf, und legen Sie die Steuern vorher beiseite. Zweitens: Betriebsausgaben gehören nicht in die 50-30-20-Aufteilung. Die Regel beginnt erst bei dem Betrag, den Sie sich selbst auszahlen. Wie Sie einen tragfähigen Stundensatz ermitteln und was als Betriebsausgabe zählt, steht in den Artikeln, die unten verlinkt sind.

So setzen Sie die Regel mit QuickBilling um

QuickBilling ist als Rechnungsprogramm gestartet. Inzwischen gibt es einen privaten Bereich für Ihr eigenes Geld, und der fragt nie nach Ihrem Bankzugang: Sie tragen Ausgaben selbst ein oder bitten den Assistenten darum.

  • Einen privaten Bereich anlegen. Den Modus wählen Sie bei der Registrierung, später lässt er sich in den Einstellungen ändern.
  • Gehalt auf der Seite Einnahmen erfassen, in der Währung, in der Sie bezahlt werden. QuickBilling kennt 41 Währungen und rechnet in die Hauptwährung des Bereichs um.
  • Ausgaben mit „Ausgabe erfassen“ eintragen, am besten sofort. Im privaten Bereich zählen sie direkt, ohne Freigabe, und landen in einer Kategorie.
  • Monatsbudgets für die Kategorien anlegen, die Sie im Blick behalten wollen, etwa Lebensmittel oder Essen gehen.
  • Auf der Startseite sehen Sie, was Sie diesen Monat ausgegeben und eingenommen haben, was übrig ist, was davon pro Tag bis Monatsende bleibt und wie sich die Ausgaben auf die Kategorien verteilen.

Zwei ehrliche Einschränkungen. QuickBilling ordnet Kategorien nicht automatisch den Töpfen Fixkosten und Wünsche zu, das entscheiden Sie. Und der Wert pro Tag bezieht sich auf alles, was in diesem Monat übrig ist, nicht nur auf die 30 Prozent. Wer außerdem als Freelancer mit QuickBilling Rechnungen schreibt, braucht für einen zweiten Bereich den Tarif Unlimited. Kostenlos und Premium enthalten einen Bereich.

Stand: 3. Oktober 2026. Dieser Artikel ist eine allgemeine Information und keine Finanz- oder Anlageberatung. Für Entscheidungen zu Krediten, Altersvorsorge oder Geldanlage wenden Sie sich an eine unabhängige Beratung, etwa die Verbraucherzentrale.

Häufig gestellte Fragen

Ist die 50-30-20-Regel realistisch?

Als Orientierung ja, als starres Raster nein. Sie zwingt zu zwei Entscheidungen, die viele nie treffen: wie viel vom Gehalt wirklich fest verplant ist und wie viel vor dem Ausgeben gespart wird. Wo die Miete allein schon die Hälfte des Nettogehalts kostet, ist eine Aufteilung von 60-20-20 oder 70-20-10 ehrlicher. Der Rechner oben schlägt Ihnen anhand Ihrer Fixkosten eine vor.

Wie berechne ich die 50-30-20-Regel?

Nehmen Sie Ihr Nettogehalt und teilen Sie es durch 2 für die Fixkosten, rechnen Sie mal 0,3 für die Wünsche und mal 0,2 fürs Sparen. Bei 2.500 Euro netto: 1.250 Euro Fixkosten, 750 Euro Wünsche, 500 Euro Sparen. Für den Alltag hilft es, die Wünsche durch 30 zu teilen. Das ergibt Ihr Tagesbudget.

Wie viel kann man mit 2.000 Euro netto sparen?

Nach der 50-30-20-Regel 400 Euro im Monat. Liegen Miete und feste Kosten schon über 1.000 Euro, ist ein Start mit 100 bis 200 Euro ehrlicher. Bauen Sie damit zuerst den Notgroschen auf und erhöhen Sie den Betrag, sobald Kosten sinken oder das Gehalt steigt.

Gilt die 50-30-20-Regel für brutto oder netto?

Für netto, also für das, was nach Steuern und Sozialabgaben auf Ihrem Konto ankommt. So beschreibt es auch Sparkasse.de. Beiträge, die Ihr Arbeitgeber schon für die betriebliche Altersvorsorge einbehält, können Sie dem Spar-Topf zurechnen.

Wohin gehören Kreditraten?

Die vereinbarte monatliche Rate gehört zu den Fixkosten, weil sie jeden Monat fällig ist. Alles, was Sie darüber hinaus zahlen, etwa Sondertilgungen, zählt wie bei der ursprünglichen Regel zum 20-Prozent-Topf.

Welche Alternativen zur 50-30-20-Regel gibt es?

Bei hohen Fixkosten die Varianten 60-20-20 oder 70-20-10. Wer nicht in Töpfen denken will, nimmt die 80-20-Regel: 20 Prozent am Zahltag sparen, den Rest frei ausgeben. Beim Zero-Based-Budgeting bekommt jeder Euro zu Monatsbeginn eine feste Aufgabe. Das ist genauer, kostet aber mehr Zeit.

Beiträge und Produktseiten, die hier anschließen.

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